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Nephrologie

Die Nieren als zentrale Entgiftungsorgane werden von einem Viertel des Herzminutenvolumens durchflossen. Das Herzminutenvolumen ist die Menge Blut, die das Herz pro Minute pumpt. Die wichtigsten Aufgaben der Nieren sind:

  • Bildung des Harns und Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten vor allem aus dem Eiweißstoffwechsel
  • Ausscheidung von Fremdstoffen, z. B. Medikamenten und Umweltgiften, die mit der Nahrung in den Körper gelangt sind.
  • Regulierung der Elektrolytkonzentration des Körpers
  • Regulierung und Konstanthaltung des Wassergehaltes und des osmotischen Drucks
  • Aufrechterhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts
  • Regulation des Blutdrucks
  • Umwandlung der Vitamin-D-Vorstufe in das wirksame Vitamin-D-Hormon Kalzitriol.
  • Bildung des Enzyms Renin, das bei der Regulation des Blutdrucks und des Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt.

Bildung des Hormons Erythropoetin.

Erythropoetin reguliert den Sauerstoffgehalt des Blutes und regt die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) an.

Können die Nieren ihre Funktionen nicht mehr aufrechterhalten, spricht man von einer Niereninsuffiziens. Im Blut steigen dann die so genannten Nierenwerte (Harnstoff und Kreatinin) an. Da die Nieren über erhebliche Kompensationsmechanismen verfügen, steigen die Nierenwerte erst an, wenn zwei Drittel der Nierenkörperchen nicht mehr funktionieren.

Ursachen für Niereninsuffizienzen können sein:

  • infektiöse, toxische, entzündliche, chronische angeborene Nierenveränderungen
  • Minderdurchblutung der Nieren, z.B. bei Schock, Herzinsuffizienz, massivem Wasser- und Elektrolytmangel, Thromboembolien
  • Harnrückstau, z.B. durch Steine, Tumoren, Verletzungen

Die Symptome einer Niereninsuffizienz sind vielfältig. Häufig kommt es zu Austrocknung, struppigem Fell, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Mundgeruch, Entzündungen im Maul, vermehrtem Trinken, Verlust der Stubenreinheit, Mattigkeit und Blutarmut. Oft sieht man nur eines dieser Symptome, obwohl bereits eine ausgeprägte Niereninsuffizienz vorliegt. Klarheit über den Schweregrad bringt die Untersuchung des Blutes. Gerade ältere Katzen erkranken häufig an Nierenerkrankungen. Katzen haben von Natur aus relativ wenig Nephrone (Untereinheiten der Niere). Eiweißreiche Nahrung und die Tatsache, dass viele Katzen zu wenig trinken, wirken sich zusätzlich negativ aus. Die chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, aber behandelbar. Der Tierarzt setzt je nach Schweregrad Sofortmaßnahmen (Infusionen, Medikamente) ein. Die Umstellung auf spezielles Nierendiätfutter, das weniger Eiweiß und weniger Phosphor enthält, verringert die Belastung der Nieren.

Das akute Nierenversagen wird ausgelöst durch einen starken Blutdruckabfall wie z.B. beim Kreislaufschock, durch obstruierende Ursachen wie z.B. Tumore oder Steine und durch starke Schädigung des Nierengewebes, z.B bei bestimmten Vergiftungen. Das akute Nierenversagen ist lebensbedrohlich und muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Die Behandlung besteht in der Gabe von Infusionen, von ausschwemmenden Medikamenten (Diuretika), der Korrektur des Elektrolyt- und Säurebasenhaushaltes und in letzter Konsequenz der Peritonealdialyse (die Blutwäsche beim Tier). Natürlich werden mögliche Ursachen abgeklärt und falls möglich, diese ebenfalls therapiert (z.B die Entfernung von Nieren- oder Harnleitersteinen).

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