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B. Orthopädische-Chirurgie

In unsere Klinik werden häufig Patienten mit schweren Verletzungen von Knochen, Sehnen und Gelenken gebracht. Dann müssen oft Metallimplantate eingesetzt werden, um z. B. Knochenbrüche zur Heilung zu bringen und dem Tier Leiden und Schmerzen zu ersparen. Ebenso operieren wie routinemäßig Bänderrisse wie den Kreuzbandriss oder Gelenksveränderungen wie die OCD (Osteochondrosis dissecans) oder den FPC (Fragmentierter processus coronoideus).

In der Regel entstehen Knochenbrüche durch mechanische Gewalt. Dies kann z. B. bei Unfällen, bei Stürzen und ähnlichen Hergängen passieren. Es kommt auch vor, dass ein Knochen durch eine Dauerbelastung langsam immer weiter geschädigt wird und irgendwann bei einem eher geringeren Anlass bricht (Ermüdungsfraktur, Stressfraktur).

Die Bruchlinie bei einer Fraktur kann quer, schräg oder (nach Verdrehungen) spiralartig verlaufen. Nach Verbiegungsbrüchen kann ein Keil aus dem Knochen herausgesprengt sein. Nach einer stauchenden Kraft kann es zu einer so genannten Kompressionsfraktur kommen. Eine Abrissfraktur besteht, wenn eine Sehne mitsamt einem Knochenstück ausgerissen ist. Knochen können auch an mehreren Stellen gebrochen sein. Entstehen dabei besonders viele Fragmente, so wird dies als Trümmerfraktur bezeichnet.

Bei einem Knochenbruch treten Schmerzen auf, besonders bei Belastung des jeweiligen Körperteils. Die ursprüngliche Funktion ist abgeschwächt oder nicht mehr ausführbar. Meist bestehen Schwellungen und oft erhebliche Blutergüsse. Bei verschobenen Brüchen kann das Körperteil bisweilen sichtbar verformt oder übermäßig bewegbar sein. Eine so genannte offene Fraktur liegt vor, wenn Knochenbereiche aus der Haut herausragen.

In der Regel ist auch Gewebe um den Knochen herum mit verletzt, z. B. Muskeln, Sehnen, Bänder oder auch die Haut. Ebenfalls kann eine Blutgefäß- oder Nervenverletzung bestehen. Im Rumpf- beziehungsweise Beckenbereich können innere Organe geschädigt sein.

Nach Knochenbrüchen kann es zu Folgeschäden wie zu Verschleißerscheinungen im Gelenk (Arthrose) kommen.

In den meisten Fällen müssen die gebrochenen Knochen durch eine Operation in die richtige Lage befördert werden und mit Schrauben, Platten, Nägeln (z. B. Marknägel im Knochenmarkraum) oder Draht in der richtigen Position stabilisiert werden. In manchen Fällen muss ein so genannter Fixateur externe angelegt werden, eine Verbindungsstruktur für gebrochene Knochen, die sich außerhalb des Körpers befindet.

Wenn im Bruchbereich zu wenig Knochensubstanz vorhanden ist, muss eventuell Knochengewebe übertragen werden. Das Ursprungsmaterial für eine solche Knochenübertragung wird oftmals aus dem Beckenknochen genommen. Manchmal wird Fremdknochen oder Knochenersatzmaterial zur Überbrückung verwendet. Falls eine starke Verunreinigung oder eine Entzündung besteht, können Antibiotikaträger, z. B. Ketten, in den Bereich eingelegt werden. Ebenso ist es manchmal sinnvoll, das Gewebe erst eröffnet zu lassen (offene Wundbehandlung) und zu einem späteren Zeitpunkt zu schließen. Wenn eine sehr starke Schädigung eines Gelenks besteht, muss es möglicherweise versteift werden (Arthrodese).

Bei der Arthrodese handelt es sich um eine operative Gelenkversteifung, die man z.B. bei einer schweren Arthrose oder bei einer chronischen Gelenksinstabilität vornimmt. Sie dient vor allem der Schmerzlinderung. Die Bewegungsfähigkeit im Gelenk wird dabei komplett unterbunden. Die operative Gelenkversteifung wird u. a. an Karpal-, Tarsal- und Ellenbogengelenk angewendet.

Kreuzbandrisse entstehen meist aufgrund von Faserdegenerationen der Kreuzbänder in Kombination mit indirekter Gewalteinwirkung wie sie bei stop und go Bewegungen (Bällchenspiele) oder bei allen plötzlichen Richtungswechseln vorkommen.

Die Kreuzbänder (lat.: Ligamenta cruciata genus) im Zentrum des Kniegelenkes sind zwei, in sich verwundene und sich überkreuzende Bänder, die von der Mitte des Schienbeines (Tibia) zu den Rollhügeln des Oberschenkelknochens (Femur) verlaufen.

Die Kreuzbänder halten gemeinsam mit den Seitenbändern das Kniegelenk zusammen. Sie begrenzen die Streckung des Schienbeines, führen das Gelenk während der Bewegung und verleihen ihm somit die nötige Stabilität. Die Kreuzbänder bilden die zentralen passiven Führungselemente des Kniegelenks. Sie sorgen u. a. für eine verschiebliche Stabilisierung nach vorne und hinten. Das vordere Kreuzband (VKB) verhindert ein nach vorne Gleiten des Schienbeines, das HKB die Gegenrichtung. Zudem schränken sie durch die Stabilität und Verlaufsrichtung ihrer kräftigen Fasern die Drehbewegung (Rotationsbewegung) des Unterschenkels, insbesondere die Drehbewegung nach innen ein.

Ein akuter Kreuzbandriss führt meist zu einer deutlichen Schwellung des Kniegelenkes mit blutigem Gelenkerguss (Hämarthros) in die Gelenkkapsel, Dehnung der Gelenkkapsel, Schmerzhaftigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit des Kniegelenkes. Der Riss (Ruptur) des Kreuzbandes kann ein teilweiser oder ein vollständiger Riss eines oder beider Kreuzbänder sein. Im Extremfall handelt es sich um einen Abriß bei dem auch Teile des Knochens betroffen sein können. Der knöcherne Ab- oder Ausriss ist wesentlich seltener als der reine Bandriss ohne knöcherne Beteiligung.

Bei einer Schädigung des vorderen Kreuzbandes (über 90 % der Fälle) wird die Stabilität des Kniegelenkes empfindlich gestört, dies führt zu Knorpel- und Meniskusschäden. Durch den Ausfall (Insuffizienz) des vorderen Kreuzbandes werden Gelenkkapsel, Seitenbänder, hinteres Kreuzband und Menisken vermehrt beansprucht, es kommt zur Ausbildung von Arthrosen und Schädigungen des (meist inneren) Meniskus.

Ziel der Behandlung eines Kreuzbandrisses ist die Stabilisierung des Kniegelenkes.

Wir führen dazu verschiedene Operationstechniken durch, über die sie sich im Vorfeld gerne weiter informieren können. Bitte sprechen Sie uns an.

Die Patellaluxation ist eine Kniegelenkserkrankung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung nach innen oder nach aussen springt (Luxation). Meist bewegt sich die Kniescheibe spontan in ihre Ursprungsstellung zurück (Reposition). Selten verbleibt sie in ihrer Verrenkungsstellung am Kniegelenk. Um entsprechende Schädigungen im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung empfehlenswert. Dabei wird operativ die Gleitrinne des Kniegelenkes vertieft und / oder die Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbandes versetzt.
Siehe auch: Zuchthygienische Untersuchungen

Die Arthroskopie, auch Gelenkspiegelung genannt findet seit einigen Jahren zunehmend Anwendung in der Tiermedizin. Sie gehört zu den minimal-invasiven Untersuchungen und liefert zusätzliche Informationen zu den klinischen und röntgenologischen Befunden. Veränderte Gelenkstrukturen können dabei direkt und sehr detailgenau betrachtet werden. In unklaren Fällen dient die Arthroskopie zur Diagnostik. Zur Therapie von Gelenkserkrankungen können kleine Instrumente eingebracht und minimalinvasive Eingriffe durchgeführt werden. Bevorzugte Einsatzgebiete der Arthroskopie sind:

  • Schultergelenk
  • Ellbogengelenk
  • Kniegelenk

Ablauf der Arthroskopie:

Der Eingriff wird unter Vollnarkose und sterilen Bedingungen durchgeführt. Als erstes wird das Gelenk punktiert und die ablaufende Gelenkflüssigkeit untersucht. Danach wird ein der Größe des Gelenks angepasstes (1,9 -2,7 mm) Arthroskop eingeführt. Mittels einer Kaltlichtquelle und einer Videokamera können Bilder im Gelenkinneren aufgenommen und auf einem Monitor vergrößert dargestellt werden. So sind auch minimale Veränderungen des Gelenks sichtbar.

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